Kompensationsprojekt 2020

Unser Kompensationsprojekt 2020

Bereits im vergangenen Jahr haben wir darüber berichtet, durch welche Maßnahmen und Projekte wir unserem Ziel des klimaneutralen Arbeitens näherkommen wollen. Im Rahmen unserer täglichen Arbeit fallen an diversen Stellen in der Wertschöpfungskette CO2 -Emissionen an. Durch verschiedene Maßnahmen konnten wir diese Emissionen bereits substanziell vermeiden oder zumindest senken. An einigen Stellen unseres Kernarbeitsprozesses entstehen allerdings unvermeidbare Emissionen, wie zum Beispiel beim Transport. Diese werden von uns pro Jahr dokumentiert, bewertet und im Anschluss im Rahmen eines Kompensationsprojektes ausgeglichen.

Auch in diesem Jahr haben wir das neue Kompensationsprojekt nach unseren Kriterien ausgewählt. Um geeignet zu sein, soll ein Projekt für uns dauerhaft sein sowie einen substanziellen Mehrwert für die Umwelt liefern, und das nach Möglichkeit auf mehr als einer Ebene. Zudem muss das Projekt in seiner Umsetzung von uns überprüfbar sein, unsere Investition sollte direkt in das Projekt fließen und nach Möglichkeit keinen oder nur einen sehr geringen Anteil Kosten für die Verwaltung haben. Darüber hinaus soll es keine originären kommerziellen Interessen verfolgen.

Entsprechend dieser Kriterien haben wir uns in diesem Jahr für die Kombination zweier Maßnahmen entschieden. Sie kommen in ihrem Zusammenspiel zum einen unseren Bemühungen nach weiterer Senkung der CO2-Emissionen und zum anderen der Schaffung von nachhaltigen (Insekten-) Lebensräumen entgegen. Darüber hinaus stellen sie einen Mehrwert im Zuge der Sichtbarkeit einer nachhaltigen Entwicklung unseres Unternehmens dar.

 

Sichtbar gemachte Entwicklung

Mit jeder weiteren Dachbegrünung haben wir neue Erkenntnisse und Wissen darüber gesammelt, wie wir die Flächen möglichst vielfältig und nachhaltig anlegen können. Wir konnten beobachten, wie das Leben auf den Flächen eingekehrt ist, wie die Pflanzen gewachsen sind und sich viele Insekten, Spinnen und andere Bewohner eingefunden haben.

 

Wir haben auch gelernt, wie Menschen sich identifizieren und begeistern. Das geschieht vor allem da, wo Wachstum sichtbar und greifbar wird. Die Betrachter umgesetzter Projekte verstehen, dass es nicht immer die großen Dinge sind, sondern der Wandel sich mit jedem Schritt vollzieht. Unsere Grünflächen sind ein physisches Beispiel für Wachstum, kooperative Entwicklung und Koexistenz. Sie tragen damit relevant dazu bei, verschiedene Zielgruppen am nachhaltigen Prozess unseres Unternehmens zu beteiligen. Angefangen bei den Mitarbeitern, über unsere Kunden bis hin zu diversen Interessenverbänden und Gruppen. Das geschieht regional an unserem Firmensitz. Durch die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation und unseres Berichtswesens allerdings auch weit darüber hinaus.

Diese Erkenntnisse haben uns dazu bewogen, eine Fläche am Firmensitz in den direkten Fokus zu rücken. Mit dem Kompensationsprojekt 2020 bringen wir die Maßnahmen herunter von den Dächern in die Sichtbarkeit des Eingangsbereiches. Unsere bisher gewonnenen Erfahrungen fließen nun an diesem Ort zusammen und machen aus einer bisher konventionell begrünten Fläche ein Biotop. Wir kombinieren diesen Ort zudem mit einer E-Lademöglichkeit. Eine Gelegenheit für alle sich anzuschließen und aktiv zur CO2-Einsparung beizutragen.

Das Biotop – noch mehr Lebensraum für Insekten, eine Ausgleichsfläche für die Artenvielfalt

Insekten sind essentiell für unser Ökosystem. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Fortbestand der Artenvielfalt. So tragen sie zum einen durch ihre Bestäubungsleistung dazu bei, dass ein Großteil der Pflanzen erhalten bleibt und Früchte trägt und zum anderen stellen sie einen wichtigen Bestandteil in der Nahrungskette von vielen anderen Tieren dar. Ökonomen haben ausgerechnet, dass die Natur auf diese Weise jährliche Dienstleistung von über 150 Milliarden Euro erbringt. Umso wichtiger ist es diese natürlichen Ressourcen und die Regenerationskraft der Natur zu erhalten.

Die im Zuge unseres Kompensationsprojektes 2020 neu gestaltete Ausgleichsfläche befindet sich neben dem Eingangsbereich unseres Gebäudes. Sie bietet viele Möglichkeiten für Insekten Nahrung zu finden, Wasser aufzunehmen, ein Nest zu bauen und den Winter dort zu verbringen.

Hierfür wurden nährstoffarmer Boden aufgeschüttet, Totholz- und Steinhaufen integriert und eine Vielzahl an Wildpflanzen sowie Kräutern gepflanzt. Diese wurden so ausgewählt, dass die Insekten beinahe über das ganze Jahr immer blühende Pflanzen und Gräser vorfinden und somit zu jeder Jahreszeit Nahrung finden. Diese sogenannten Magerböden sind die Grundlage dafür, dass diese Form der Artenvielfalt möglich ist. Um diese Böden zu erhalten und die Grundlage für alle Wachstumszyklen zu gewährleisten, pflegen wir die Flächen durch gezielten Schnitt und das Abtragen der Schnittreste. Auf diese Weise wird verhindert, dass fette (überdüngte) Böden entstehen. Mit diesen strategischen und gezielten Maßnahmen entwickelt sich das Ökosystem ganz eigenständig und vielfältig weiter.

Die Totholzhaufen wurden ebenfalls sorgfältig zusammengestellt. Sie bestehen aus verschiedenen Holzsorten, die unterschiedlich stark verwittert sind. Dieser ideale Lebensraum für Insekten und Spinnen stellt ganz neben bei auch eine gute Nahrungsquelle für Wildvögel dar.

Auch die Wasserstelle wird von den Insekten als Aufzuchtbecken für Larven und zum Nestbau verwendet. Sie dient aber vor allem Insekten und Vögeln als lebensnotwendige Tränke während der anhaltenden Trockenperioden in den Sommermonaten.

Die Steine und Steinhaufen dienen als Schutz vor Kälte, als Nistmöglichkeit, aber auch als Wärmequelle zum Beispiel für Schmetterlinge, da sie die Sonnenenergie speichern.

Wer selbst etwas gegen das Insektensterben tun möchte, für den gibt es auf der Homepage von Insect Aid einige Tipps, wie man den eigenen Garten insektenfreundlicher gestalten kann. Ganz nebenbei stellt ein solches Biotop auch optisch eine echte Alternative zum klassischen Ziergarten dar.

 

Die Ladesäule(n) – Ausbau unserer elektronischen Infrastruktur

Im Rahmen des Kompensationsprojektes 2020 haben wir 6 weitere E-Ladepunkte installiert, sodass wir nun 10 Ladestationen an unseren Standorten vorhalten. Parallel dazu bauen wir unseren firmeneigenen Fuhrpark zu mehr E-Mobilität um, um auf diese Weise noch mehr CO2 einzusparen. Eine der neuen Ladestationen mit 2 Ladepunkten ist direkt am neugestalteten Eingangsbereich installiert. Sie steht damit auch externen Besuchern unseres Firmensitzes zur Verfügung.

Die Ladepunkte werden mit Wechselspannung betrieben und laden die angeschlossenen Fahrzeuge mit einer Leistung von 22 kW. Damit sind alle momentan auf dem Markt verfügbaren Elektroautos bei uns aufladbar. Die E-Ladepunkte werden mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energien betrieben und können so von unseren Kunden, Besuchern und firmeneigenen Fahrzeugen zum CO2-neutralen Aufladen genutzt werden.

Zusammenfassend erreicht das Kompensationsprojekt 2020 damit folgende Mehrwerte:

  • Es trägt über die erweiterten Möglichkeiten für den Ausbau an E-Mobilität dazu bei, CO2 zu vermeiden.
  • Es kompensiert nachhaltig 489 t CO2.
  • Es schafft Lebensraum für viele Insektenarten und andere Tiere.
  • Das Projekt ermöglicht Identifikation und Beteiligung in Bezug auf nachhaltige Vorgehensweisen und den Umweltschutz.
  • Und schließlich trägt es darüber hinaus dazu bei, Wissen über natürliche Lebensräume, die Koexistenz von Lebewesen sowie generelle nachhaltige Zusammenhänge zu vergrößern.

 

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